Bis auf die sehr eigenartige Ausdruckstanztheater-Darbietung war der Zusammenhang mit Faust doch sehr konstruiert bis abwesend.
Aber der Reihe nach:
Lesung Christian von Aster
Hintergründig, sarkastisch, sehr unterhaltsam,
gewohnt humorvoll vorgetragen
und irgendwie aus dem Rahmen fallend.
Die Frage des Abends: Wie kam es wohl zu dieser Kombination von Programmteilen? "Herr von Aster" (wie ihn das freundliche Gretchen Modell ankündigte)... Passt er?
Persönliche Notiz: Es war mir eine ebenso große Freude wie Überraschung, dass Du mich wiedererkannt hast!
von Aster Teil 2 begann mit einer längeren Geschichte, die bei vielen der anwesenden Studierenden anscheinend einen Vorlesungsreflex ausgelöst hat, jedenfalls wurde unruhig auf den Bänken gerutscht. Schade. So hat der eine oder die andere evtl. das viel zu wahre Ende verpasst.
Es endete mit einer wiederum äußerst komischen Geschichte, in der die komprimierten 5 Gebote dann doch nicht so recht verkündet werden können.
Scherzen, wie in alten Zeiten! Ich bin hochgradig gespannt auf den angedrohten Netzstrümpfe-Auftritt im neuen Bela B Video!
Unterbrochen wurde die Lesung durch
Tanz-Impro-Theater – GretchenS. Dazu fehlen sogar mir (beinah) die Worte.
2 Frauen in weißen Leinengewändern wickeln sich mit roter Wolle ein und wieder aus. Anschließend extatisches Geschreie und über den Boden gezerre, sowas ähnliches wie tanzen, dann ausziehen (nicht ganz), hinsetzen und sich in den Schritt starren (der blieb zum Glück bedeckt). Das Gretchenthema hab ich erkannt, aber der Rest blieb sehr fragwürdig.
Und dann die
"Feuershow"
Beeindruckend waren weder die rotbäckigen Hexchen noch der Einsatz von Feuer. Wirklich Angst hat man bekommen, weil man mit ansehen musste, dass mindestens eine der beteiligten noch nichtmal sicher mit Bällen jonglieren konnte - wird sie wirklich mit offenem Feuer werfen? Besonders vertrauenserweckend war auch nicht das Helferlein, das leider auch mit dem dafür vorgesehenen Tuch nicht die Flammen ersticken konnte. Zum Glück stand da auch noch ein gelangweilter Herr mit Feuerlöscher bereit. Wollen wir ihm mal unterstellen, er hätte im Notfall auch damit umzugehen gewusst.
Den meisten Anwesenden hat die "Show" gefallen, vielleicht kommt das davon, dass sie noch nicht so lange die heimischen "Messer, Gabel, Schere, Licht..."-Sprüche von Mutti hinter sich haben?
Und auch die Band
Me and my Girl and my Board haben wir uns noch angesehen und -gehört, allerdings nicht bis zum Schluss. Positiv bleibt zu bemerken, dass glücklicherweise alle folgenden Songs nicht so furchtbar waren, wie der erste. Musikalisch hätten sie auch was drauf (sagt einer, der was davon versteht) und putzige kleine Groupies haben sie auch noch zu bieten. Mir scheint, hier haben wir eine Lokalband, die begeistert, bis man erwachsen wird. Aber was bei Tokio Hotel funtioniert kann bei Me and... nicht allzu schlecht sein. Viel Erfolg, Jungens! :-)
Und dann war da noch...
... der super Wettbewerb mit ca 2 1/2 Teilnehmenden, der von einem Pseudonym gewonnen wurde
... die Filmcollage (joah, auch nett - das habt ihr euch doch genehmigen lassen? *g*)
...die Veranstalter... Studiengang Kulturmanagement...Nicht jeder, der gut managen kann, ist auch zum moderieren geboren, scheint mir. Aber vielleicht hatte der Abend auch heimlich noch ein zweites Motto "Improvisieren trotz Redekärtchen". Nett waren sie ja alle und Spaß hatten sie, das muss man ihnen lassen, .... das wird vermutlich später auf der Strecke bleiben.
Mein Buchtip an dieser Stelle
"Hast du mir weiter nichts zu sagen?
Kommst du nur immer anzuklagen?
Ist auf der Erde ewig dir nichts recht?"
"Nein, Herr! Ich find es dort, wie immer, herzlich schlecht!"
pink poodle - 22. Mai, 20:17