Donnerstag, 6. August 2009

In guter Gesellschaft

"Du meckerst ja gar nicht"
wäre auch eine passende Überschrift gewesen. Denn so lange ich auch nachgedacht habe, es gibt einfach nichts zu meckern über meinen Besuch im Restaurant "Gesellschaftsraum" in München
Phantasie und Qualität, Geschmack und Stil: alles Eigenschaften, die ich üblicherweise nur mir zuschreibe. Außerdem ein unterhaltsames, professionelles Team, das mir sogar erlaubt hat, die phantastischen Fotos hier veröffentlichen zu dürfen.
Als Beispiel für die kreativen Köstlichkeiten, die ich kürzlich genossen habe seien hier genannt:
Kaninchenbutterfischrolle mit Rotebeeterhabarber
oder
Waldmeistersorbet mit Vodka Ahoi
Und noch ein Tip für die Gesellschafts-Laien: Man fällt auf, wenn man zu früh - d.h. noch bevor der Restaurantleiter seinen Kaffee in Ruhe genießen konnte, erscheint. An der netten Behandlung ändert das aber nichts.

Schlagt euch mal die Augen und Bäuche voll im Gesellschaftsraum
empfiehlt unbedingt Horst,
der dort Stammpudel wäre, aber rd. 900 km sind dann doch zu weit weg.

Montag, 3. August 2009

Klo(wn)house

Was ich am Samstag in der Pumpe beim sogenannten „Klownhouse-Summer Fest“ miterleben musste, lässt mir immer noch das Fell zu Berge stehen.
Bereits der weiße Elvis-Anzug mit Betonung jedweden noch so mickrigen Geschlechtsteils war nicht grad eine Augenweide. Aber ich bringe endgültig weder Humor noch Verständnis dafür auf, dass ich mit ansehen musste, wie der kleine, dicke, überall behaarte Mann sich aus diesem Kostüm auch noch herauspellt, um sein großes (!) Geschäft (!) auf der Bühne (!) zu verrichten.
Dieses Erlebnis finde ich eine so widerliche Zumutung, dass ich bedaure, überhaupt dagewesen zu sein und Eintritt bezahlt zu haben (tut mir leid für die anderen Bands, insbesondere für die, die anschließend noch auf die gleiche Bühne mussten).
Mag ja sein, dass ich die Aussage hinter besagter Aktion nicht verstanden habe, man möge versuchen es mir zu erklären.

Ein angewiderter Horst,
dessen Toleranz an dieser Stelle ein Ende hat.

P.S. Ich werde mich hüten, hier den Bandnamen geschweige denn einen Link zu posten.

Dienstag, 21. Juli 2009

Festivalwissen

Zunächst muss ich einen eklatanten Irrtum meiner Amphi-Festival-Begleitungsmenschen aufklären, denn was letztes Jahr noch zu großer Empörung geführt hat, gab in diesem Jahr - wenn auch unangebracht - Anlass zur Freude:
Wie ihr bei meinem Beitrag zu 2008 entnehmen könnt, hatte der Plastikbecher voll Gaffel auch letztes Jahr "nur" 4 € gekostet.
Aber das sollte nur am Rande erwähnt werden, ich will euch ja nicht die gute Stimmung verderben.

Entscheidender ist doch, dass so ein Festival immer auch eine Gedankenschmiede voller philosophischer und wissenschaftlicher Erkenntnisse ist. Einige der wichtigsten waren, soweit man es den Worten meiner Mitreisenden noch entnehmen konnte:
- Früh ist besser als Gaffel und schmeckt auch mittags schon.
- Dr. Spirograph versucht, mit Schirm, Charme und Schablone die Weltherrschaft an sich zu reißen.
- Eine Diva sollte auch in der Punica-Oase nicht verdursten müssen.
- Eigentlich bestehen alle Lebensmittel im Wesentlichen aus Geflügelabfällen.
- Das gilt auch für Parfum.

Noch schlauer als sonst fühlt sich Horst,
der sich nun nicht mehr fragen muss, wie man Stangenei macht und warum so viele Schuhe auf der Autobahn liegen.

Donnerstag, 18. Juni 2009

Neulich in München...


Werbung für die Kieler Woche an der Nymphenburg,
rund 900 km von Kiel entfernt

Sonntag, 7. Juni 2009

Pudelsong

Als ich kürzlich den recht kurzweiligen Film "Dorfpunks" sah, wollte ich meinen nicht ganz kurzen Ohren fast nicht trauen. Ich meine, Zeit wird es ja, dass mir jemand einen Song widmet, aber an dieser Stelle traf es mich unvorbereitet.
Selbstverständlich habe ich dieses Meisterwerk umgehend käuflich erworben und kann mir nun jederzeit von Ernst Kahl Komplimente vorsingen lassen:
Süß schmeckt die Käsetorte
und süß der Apfelstrudel,
doch das süßeste auf Erden
das ist der Pudel.

Es gibt viele Hunde auf dieser Welt
wo immer du bist, da wird auch gebellt.
Am lautesten bellen die Doggen.
Doch wer hat die schönsten Locken?
Der schönste Hund im Rudel
das ist und bleibt der Pudel!

Des Yorkshires Kopf eine Schleife ziert,
der Jagdhund gern seinen Speichel verliert
und lustig tänzelt der Spitz.
Doch wer hat den größten Witz?
Na, wer wohl!?
Von allen die ulkigste Nudel
das ist und bleibt der Pudel!

Montag, 18. Mai 2009

Glow the Lollimann

Kürzlich verbrachte ich ein höchst vergnügliches Wochenende, welches bereits am Mittwoch begann.
Rund 399 Menschen und mir wurde von den Herren Schulz und Rowohlt vorgelesen (mit Betonung!). Dabei habe ich viel nützliches gelernt, zum Beispiel, dass man den Tag nicht nur als "besoffen/ nicht besoffen" kategorisieren sollte. Der erfahrene Pudel von Welt sollte viel differenzierter in "leichter, mittlerer oder schwerer Lollimann" abstufen. Das hätte ich schon 1988, bei der Erschaffung des legendären "Prost-Kalenders" wissen sollen!

In glücklicherweise immernoch stark amüsierter Stimmung machte ich mich Tags drauf in das vielleicht langweiligste Land der Welt auf.

Da haben sie sogar extra vier Riesen an die Küste gesetzt, die Ausschau nach etwas Interessantem halten sollten. Und so sitzen sie bis heute da und suchen, farblos und versteinert, aber doch sehr beeindruckend.


So viel Aufregung verlangt nach einer Pause, in der ich das nächste touristische Highlight, den befahrbaren weil betonharten Strand mit meiner Anwesenheit beglückte. Man kann sich schon wundern, was Menschen so alles für eine Attraktion halten. Besonders viele Autos stammten übrigens aus Schleswig-Holstein. Die wollten vermutlich herausfinden, ob andere Strände aufregender sind als die eigenen.

Den glühenden Abschluss bildete aber "Glow the Show" in Hamburg. Realitätsverslust stellt sich bei der Comic-Trash-Theater-Show nicht erst ein, wenn die Zuschauer selbst es mit überdimensionalem und zudem auch noch teilweise lebendigem Popcorn zu tun bekommen!

Aprospros "Realitätsverlust": Den Übergang vom leichten zum (mindestens) mittleren Lollimann erfuhr ich später am eigenen Leibe, da man zwischen dem verpassten und dem nächsten Zug rund zwei Stunden Zeit mit der Verkostung einiger Pitcher kühlen Bieres totschlagen musste...

Euer Lolli-Horst,
der die Theorie von Mittwoch schon Samstags in Praxis verwandelt.

Zeigt her eure Fotos...

Ein mitunter freundlicher Mensch hat mir etwas erstaunliches erzählt. Scheinbar erfüllt es gar nicht jeden mit Stolz, wenn er meine verpudelten Gedanken mit einem Lichtbild ergänzen darf, schon gar nicht, wenn der kamerabedienende Mensch dazu nicht ausdrücklich und am besten schriftlich befragt wurde.
Die Auslöserdrücker gehen sogar soweit und senden Heerscharen ansonsten recht nützlicher Advocaten in die Internetwelt hinaus, um nach kleinen Pudellichtern wie mir zu fahnden, denen sie möglichst unangemessene Strafen für Verstöße gegen ihr Bildrecht verpassen könnten.
Und ich naives Ding dachte doch ernsthaft, ein Fotograf würde sich freuen, wenn man sein Foto so gut findet, dass man es auch anderen zugänglich machen will.

Wieder etwas schlauer geworden ist
Horst, der auch ohne Copyright nicht zu kopieren ist.

Samstag, 25. April 2009

Kommt es auf die Länge an?

Dass Menschen sich gerne in Wettkämpfen üben, um herauszufinden wer stärker oder schneller ist, lässt sie an sich sympathisch wirken, ähneln sie in dieser Hinsicht doch sehr dem überragenden Pudel oder auch anderen zu vernachlässigenden Tierrassen. Man berichtete mir auch verschiedentlich, der heranwachsende Mensch-Rüde würde gern ein Maßband zu Hilfe nehmen um die Länge eines gelegentlich ebenfalls heranwachsenden Körperteils mit denen seiner Kumpane zu vergleichen...
Gestern aber habe ich beim Belauschen des Nachbartisches gelernt, dass dies auch bei den weiblichen Vertreterinnen der Spezies auftritt. Vier Exemplare aus der Gattung "nicht alles was im Schaufenster hängt hat Stil", die den Großteil ihres Abends damit zubrachten, sich gegenseitig zu fotografieren, verabredeten sich schlussendlich zum gemeinsamen "Oberschenkel messen".
Leider habe ich nicht erfahren können, welche Details dabei eine Rolle spielen. Vielleicht kann man an der Länge des Schenkels einen Rückschluss auf den passenden Partner ziehen (siehe oben)? Oder haben die Damen für den Kiel-Lauf trainiert und wollten den Muskelaufbau kontrollieren?
Ich habe mich dann lieber wieder meinen charmanten Tischdamen und ihren köstlichen Cocktails gewidmet, wahrhaft wohlgeformte Proportionen lassen sich eh nicht mit Zentimetern beschreiben!

Mittwoch, 4. Februar 2009

Kreativität bedarf Unzufriedenheit

...so oder so ähnlich äußerte sich kürzlich - ja, wer eigentlich?- ich glaube es war Jim Rakete.
Wer mit sich und der Welt zufrieden sei, wolle konservieren, nicht gestalten. Da mag etwas dran sein.
Ich verwende das jetzt mal als Argument für meine Schreibblockade und denke nicht darüber nach, ob es nicht doch eher an meiner Bequemlichkeit liegt. Es ist doch so viel leichter, zu konsumieren als zu produzieren.
Und konsumiert habe ich. Oh ja, in vollen Zügen. Leichte wie schwere Kost.

Und etwas besonders schönes möchte ich an dieser Stelle dem geneigten Film- und Farbenfreund empfehlen:
Lulu & Jimi
Ein Film, der einfach gute Laune stiftet.
Und das sage ich nicht nur, weil ich mich schon wieder in eine Pudeldame verliebt habe.

Wie so manches Schicksal in diesem Film hatte aber auch sie keine Chance. Wenigstens durfte sie per Alkoholvergiftung entschwinden.
Mit wenigen Worten: Dieser Film ist Trash, grell, bunt und romantisch und nicht ohne Grund "mit Dank an D.L." David Lynch gewidmet.

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